Show Me A Good Time – A Clock for the end of the world

Im digitalen Informationsrausch von einer Welt im Untergang inszenieren Gob Squad eine performative Uhr, die uns die letzte Stunde schlägt und uns mit der Frage konfrontiert: Womit füllen wir unsere Zeit? Überwacht von einem Clockmaster sind Performer*innen in Stuttgart unterwegs, um Aufgaben zu erfüllen, die das Uhrwerk füttern. Und erst wenn der mittelalterliche Totentanz, der alle Stände – Papst, König, Kind und Arbeiter – verbindet, komplett ist, können sie gemeinsam die letzte Stunde mit einem Tanz im Theater beenden.

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Jetzt ist alles, was uns bleibt. Show Me A Good Time nutzt den Moment, in dem in unserer beschleunigten Gesellschaft – mit ihren sich anscheinend immer rasanter entwickelnden Technologien, Moden, sozialen Gewohnheiten, Finanzmärkten und Verschwörungstheorien – die Pausetaste gedrückt wird. In diesem Moment des Innehaltens hängt „Die Gegenwart“ fest. Eingeschlossen in einem fortwährenden Selfie starrt sie sich auf einem gefilterten Bildschirm selbst entgegen und hört über eine Achtsamkeits-App beruhigende Mantras in Endlosschleife: Das geht vorbei, mach einfach weiter wie bisher, alles wird gut werden. Alles ist in Ordnung. Sei die beste Version deiner Selbst, dann wird alles gut. In dieser „Selfie-Katastrophe“ begreifen Gob Squad die Unmöglichkeit der Umkehrbarkeit: es gibt keinen Weg zurück! Aber was können wir tun? Wie können wir „Die Gegenwart“ aus ihrer selbst auferlegten Prokrastination befreien?

 

Seit über 25 Jahren versuchen Gob Squad die Grenzen zwischen Kunst, Theater und dem „echten“ Leben zu verwischen. Manchmal nutzen sie dazu die Straße oder andere öffentliche Orte, die keine Theater sind. Und manchmal Kameras, die das urbane Leben mit all seiner Gefahr, Schönheit und Unordnung in die Behaglichkeit des Theaters übertragen. Oft geschieht auch beides gleichzeitig.

 

In Show Me A Good Time verlassen Gob Squad ihr Zuhause, in dem Versuch die aktuelle Lage zu begreifen. Als zeitreisende Forscher*innen legen sie die sich überlagernden Schichten einer uns fremdgewordenen Wirklichkeit frei, um herauszufinden wie wir weitermachen können. Wie und wo, zwischen all dem Schmutz und Staub, lässt sich je wieder eine gute Zeit entdecken? Ihre Mission enthüllt eine Welt aus Gewohnheiten, Zeichen und Symbolen, die einst Sinn gemacht haben und jetzt nur noch an vergangene Zeiten erinnern. Gob Squad nutzen den Vorteil eines späteren besseren Wissens und den Optimismus der Zukunft, um diese Zeiten zu überwinden und das Uhrwerk neu zu denken.

 

Uraufführung am 18. Juni 2020 am HAU Hebbel am Ufer Berlin

 

“Show Me A Good Time” ist eine Produktion von Gob Squad. In Koproduktion mit dem HAU Hebbel am Ufer Berlin, La Jolla Playhouse San Diego, Mousonturm Frankfurt, Schlachthaus Theater Bern und dem Internationalen Sommerfestival Kampnagel Hamburg.

 

Gefördert durch die Projektförderung des Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

 

Gob Squad Arts Collective erhält Förderung im Rahmen des Konzeptförderungszeitraumes 2020 – 2023 des Landes Berlin, Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

Beteiligte

Gob Squad

Show Me A Good Time

 

Konzept und Regie: Gob Squad

Performance: Sean Patten, Berit Stumpf, Sarah Thom, Bastian Trost, Simon Will, Tatiana Saphir und Laura Tonke

Sounddesign: Jeff McGrory

Videodesign: Noam Gorbat, Miles Chalcraft

Lichtdesign und Technische Leitung: Max Wegner

Künstlerische Mitarbeit Bühnenbild: Amina Nouns

Kostümrealisation: Emma Cattell

Dramaturgie und Produktionsleitung: Christina Runge

Hospitanz: Clemens Zoller

Gob Squad Management: Eva Hartmann

Tourmanager: Mat Hand

UK Produzentin: Ayla Suveren