Belles de nuit

Les belles de nuit, die Schönen der Nacht, das sind nicht die Jungen, die die Nacht zum Tag machen – das sind Alte – alte Frauen! Sie holen sich den Stadtraum zurück, den sie nach Sonnenuntergang schon lange nicht mehr betreten haben, der sie auch nicht mehr erwartet. Umso auffälliger inszenieren sie mit der Choreografin Lisa Thomas und der Künstlerin Justyna Koeke ihren Auftritt, machen die nächtlichen Straßen zu ihrer Bühne, tanzen und präsentieren in verwegenen Kostümen ihre eigene Bilderwelt.

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Belles de nuit une collection féminine choréographique érotique de mouvements

 

Sie erobern sich die Nacht zurück. Sie trauen sich in der Dunkelheit auf die Straßen und Plätze ihrer Stadt – in Bewegung, tanzend, erotisch und so ausgestattet, dass sich die Passant*innen ungläubig die Augen wischen – wo sind sie hier gelandet?

 

Les belles de nuit, die Schönen der Nacht, das sind nicht wie sonst die jungen Frauen, die die Nacht zum Tag machen und draußen feiern – das sind im Wortsinn alte Frauen! Sie holen sich hier den Raum zurück, den sie nach Sonnenuntergang möglicherweise schon lange nicht mehr betreten haben – aus Unsicherheit, beeinflusst von den Erwartungen ihrer Umgebung.

Im artifiziellen Raum von Les belles de nuit machen sie Plätze und Straßen zu ihrer Bühne, erscheinen sorgsam choreografiert in einer im wahrsten Sinne un-glaublichen Kostüm-Kollektion: Passant*innen wird ein Schwarm schriller, schräger, bunter Vögel begegnen, Gestalten, die changieren zwischen Henne, Krähe, Eule und Flamingo.

Der Musiker und Komponist Oliver Prechtl und die Sängerin Sandra Hartmann komplettieren das surreal anmutende Ereignis live mit einer musikalischen Mixtur zwischen den Welten von Techno und Oper.

© Daniela Wolf
© Daniela Wolf

Lisa Thomas

arbeitet als Choreografin und Tänzerin seit fünfzehn Jahren mit alten Menschen und führt sie an improvisatorisch-performatives Arbeiten heran. Als Choreografin und Performerin verantwortet sie die künstlerische Leitung des AltenTanzTheaters Zartbitter und des Festivals VielFalten an der Tanz- und Theaterwerkstatt Ludwigburg e.V. – Darüber hinaus hatte sie die künstlerische Leitung des Festivals ImproVisions Stuttgart (2016-2018) und der interdisziplinären Plattform für Instant Composition: SAALFREI für Improvisation und Performance inne. Lisa Thomas ist Gründungsmitglied des Bundesverbands Tanzkunst und Alter (2017). Mit ihrer Arbeit will sie »das Beige im Denken überwinden, denn Tanz enthüllt die Schönheit in jedem Körper, ungeachtet seines Alters und seines Bewegungspotenzials«.

Justyna Koeke

wurde 1978 in Krakau/Polen geboren. Die ausgebildete Bildhauerin und Performancekünstlerin arbeitet vorwiegend performativ im öffentlichen Raum. »Viele meiner selbst initiierten Projekte bewegen sich an der Schnittstelle zu politischem Aktivismus.« Partizipation und Intervention sind fast immer die Kernelemente ihrer Arbeiten. Für ihre Performances entwickelt sie oft opulente skulpturale Kostüme. Sie sind wesentlicher Bestandteil der performativen Choreografien, die sie in Zusammenarbeit mit soziokulturellen Aktivist*innen, Musikschaffenden oder Theaterproduktionen entwickelt, »jenseits des oft hermetisch abgeriegelten Kunstbetriebs«. Mit eben dieser Offenheit hat sie ihre ganz eigene Formensprache entwickelt, die sich auf »die Bildwelt des Karnevals und der Groteske stützt«. Für ihre Arbeiten ist Justyna Koeke vielfach ausgezeichnet worden. Ihr Wissen und Können gibt sie weiter als Dozentin der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.