Treffen sich das Private, das Öffentliche, das Politische und die Kunst. Kommt ein Flamingo dazu…

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Treffen sich Tanz, Musik, Performance, Film, Literatur und Konzeptkunst. Kommen rauchende, kranke, geflüchtete, Sport treibende, alte, pflegende, kriechende, postende, wohnende Menschen dazu…

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Neue Verordnungen weisen den Schnecken den Weg in einen neuen Freiraum.

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Freiheit liegt jenseits eines geordneten Festivalprogramms. Ein Festival riskiert sich.

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Die Lage bleibt vorhersehbar unklar. Um die Ungewissheit ordnet sich eine neue Realität.

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Ungewiss sind die Orte und Zeiten eines neuen Ausbruchs: erlaubte Ansammlungen von rauchenden, kriechenden oder tanzenden Menschen.

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Ungewiss ist, wann und wo Sie zum Publikum werden. Oder zu Mitwirkenden. Unvermutet.

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Die Wirtschaft wächst nicht mehr. Die Kunst irritiert nicht mehr. Stuttgart ist (sich) nicht mehr sicher. Zeit für neue Verbindungen, neue Verwandtschaften, neue Wege. Zeit für eine pandemische Utopie!

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CIRCLES

Im Kern ist jede Stadt ein unsichtbares Beziehungsgeflecht zwischen den Menschen, die in ihr leben – ein Netz von Transaktionen, Gesprächen, Begegnungen und Zusammenstößen. In einer eindringlichen  Live-Sinfonie bringt CIRCLES Chöre und einzelne Sängerinnen und Sänger aus allen Teilen  Stuttgarts in einer mehrdimensionalen Inszenierung zusammen: ein audiovisuelles Ritual aus Musikchoreografie, Bildender Kunst und Live-Videoprojektion aus der Vogelperspektive, komponiert zu einem chaotisch-eruptiven und farbenfrohen künstlerischen Ausdruck menschlicher Beziehungen und der Feier ihrer Komplexität. CIRCLES ist eine groß angelegte Komposition aus Stimme, Bewegung und Farbe, die die Kraft der kollektiven Intelligenz beleuchtet.

Idee, Konzept & Komposition: Amir Shpilman

Regie: Marie Bues

Choreografie: Ariel Cohen

Design: Yair Kira

Musikalische Leitung: Jörg-Hannes Hahn

Wissenschaftliche Begleitung: Robert Löw, 5th Institute of Physics

Simulator: Naoto Hieda

Plattform: Kerstin Wiehe

Virtuelles Instrument: Christoph Amann

Soundingenieur: Timo Kleinemeier,

Lokale Chöre

 

Präsent im Festival 2020 mit Online Tools, Vorträgen und Proben

Live-Uraufführung in der nach-pandemischen Zeit ab Sommer 2021

Start der Online-Plattform für Chöre im März 2021

Circles_c_Yair-Kira

Mehr Informationen

»Bin ich Zuschauer*in oder Teil der Aufführung?«

CIRCLES. Eine Musikperformance im öffentlichen Raum von Marie Bues, Amir Shpilman, Ariel Cohen und Yair Kira

 

Jede Stadt hat ihren Rhythmus aus täglichen Routinen. Jede Stadt bildet ein Gefüge aus Transaktionen, Gesprächen und Begegnungen. Jede Stadt hat eine Struktur aus Klängen, Gerüchen, Emotionen und Farben. Die Chor-Sinfonie CIRCLES übersetzt dieses vielschichtige Muster in eine groß angelegte Chor-Performance für Hunderte von Mitwirkenden, Chöre und Einzelpersonen. Komponist Amir Shpilman, Regisseurin Marie Bues, Tänzerin Ariel Cohen, Künstler Yair Kira und Naoto Hieda und Konzepterin Kerstin Wiehe entwickeln zusammen mit 400 Chorsänger*innen ein Ritual, eine chaotisch-eruptive Feier der komplexen Stadt und der Menschen in ihr.

 

CIRCLES bedeutet vor allem auch Musik. Die Struktur dieser neuen Chor- Musik ist so einfach, dass sie innerhalb von angeleiteten Workshops mit etwa 400 Sänger*innen einstudiert werden kann. Der Klang-Einfluss durch die unmittelbare Nähe zu den Musiker*innen, wird das Publikum während der Performances irritieren, sowie ihre Orientierung im Raum und ihre Rolle während des chorischen Rituals in Frage stellen.

 

CIRCLES ist interdisziplinär, experimentell, vor allem aber ist CIRCLES eine bemerkenswerte Neuinterpretation der Idee des Raum-Klangs und der Idee von Musik als Gemeinschaft stiftendem, aber möglicherweise auch schön verstörendem Ritual. Amir Shpilman, der sich als Komponist und Dirigent für die Körperlichkeit von Musik interessiert, lässt rund 400 Sänger*innen gemeinsam mit der Tänzerin und Choreographin Ariel Cohen performen. Flankiert werden die bewegt-klingenden Aktionen von 3D-Farb-Choreographien, entwickelt von dem Visual Artist und Designer Yair Kira. Dabei überträgt eine Kamera aus der Vogelperspektive die Veränderungen im konzentrischen Kreis der Performer*innen auf ein Gebäude. Regie führt Marie Bues, Regisseurin und seit 2013 mit Martina Grohmann im Tandem, künstlerische Leiterin des Theater Rampe in Stuttgart.

 

Amir Shpilmans Vision ist es, die Kraft der kollektiven Intelligenz durch eine groß angelegte Komposition hervorzuheben, in der Stimme, Farbe und Bewegung in einem ständigen Austausch stehen. Basierend auf den Prinzipien selbstorganisierter Systeme und den Interaktionen zwischen den Individuen wird ein Massen-Schwarmverhalten von satten Farben und Klängen entstehen und im und um das Publikum herum wirbeln. CIRCLES erfüllt sich dann, wenn das Publikum, die sich in diesem Schwarm bewegen und dieser äußerst intensiven Erfahrung ausgesetzt sind, sich fragen werden: “Bin ich ein Zuschauer*in oder Teil der Aufführung?”

 

Mit der CIRCLES online Plattform werden ab März 2021 Verbindungen zwischen verschiedenen Chören und EInzelpersonen ermöglicht –bis zur gemeinsamen Live-Performance im Sommer 2021.

 

Neben Übungen und Anleitungen zum Selbststudium von zirkulierenden Klängen, Bewegungen und Farb-Choreografien, werden die Nutzer*innen dazu motiviert miteinander Dinge zu versuchen, zu erproben und zu kreieren und mit der in jedem SmartPhone oder mobilen Computer vorhandenen Technik Videoaufnahmen der eigenen Kreationen zu machen.

 

So können alle interessierten Sänger*innen schon ab März 2021 beginnen eigene Ideen für die gemeinsame Uraufführung im Juni 2021 zu erarbeiten, auszutauschen und miteinander in den Kontakt zu treten!

 

www.circles-online.com

sound.circles-online.com

 

Amir Shpilman: Idee, Konzept und Komposition

Marie Bues: Regie

Ariel Cohen: Choreographie

Yair Kira: Design

Jörg-Hannes Hahn: Musikalische Leitung

Robert Löw: Wissenschaftliche Begleitung

Naoto Hieda: Simulator

Kerstin Wiehe: Plattform

Christoph Amann: Programmierung Virtuelles Instrument

Timo Kleinmeier: Soundingenieur

Lokale Chöre

Amir Shpilman

Als ausgebildeter Dirigent interessiert sich der Komponist Amir Shpilman für die Körperlichkeit der Musik. Er arbeitet daher oft im Theaterbereich und auch mit Tänzern, Designern, visuellen Künstlern, Dichtern, Schriftstellern und Wissenschaftlern zusammen, um seine musikalischen Ideen zu verwirklichen. Er hat ein besonderes Interesse an chaotischen Formen als künstlerisches Mittel. Shpilman verantwortete den deutschen Beitrag zur Kulturhauptstadt Europas Breslau für Sinfonieorchester und großen Chor am Ufer der Oder und arbeitete u.a. schon mit dem Ensemble Intercontemporain (Paris), Maxim Gorki Theater (Berlin), International Contemporary Ensemble (New York), Ensembles Meitar und Nikel (Tel Aviv), Interface (Frankfurt), Ensemble Mosaik und LUX: NM (Berlin), AuditivVokal (Dresden) zusammen.

Marie Bues

Marie Bues ist Regisseurin und seit Oktober 2013 gemeinsam mit Martina Grohmann Künstlerische Leiterin des Theater Rampe Stuttgart. Seit 2008 inszeniert sie als freie Regisseurin unter anderem am Theater Basel, Residenztheater München, Nationaltheater Mannheim, Staatstheater Karlsruhe und am Staatstheater Saarbrücken. Am Theater Rampe legt sie einen Schwerpunkt auf Gegenwartsdramatik und experimentelle zeitgenössische Theaterpraxis.

Yair Kira

ist ein Bildender Künstler und Produktdesigner, der sich mit funktionalem Design und konzeptuellen Kunstwerken beschäftigt. Seinen bereits dritten akademischen Abschluss – als Produktdesigner – hat er an der UdK Berlin erworben. Aufgrund seiner großen Erfahrung im Umgang mit neuen Technologien nimmt. Kira sich die Freiheit, unerwartete und neue künstlerische Ansätze zu erkunden, und nutzt seine vielfältigen Kenntnisse, um interdisziplinäre, zeitgenössische Kunst zu schaffen. Er kooperiert mit Komponisten, Malern, Tänzern und sogar mit Ärzten. Seine Arbeiten wurden in Einzel- und Gruppenausstellungen in ganz Europa gezeigt. Er ist für den German Design Award 2019 nominiert.

©_Nancy Görlach

Ariel Cohen

Ariel Cohen, in Westmassachusetts, USA, geboren, absolvierte ein Bachelorstudium in Englisch und hat einen Masterabschluss in Tanz. Seit 2010 lebt sie in Berlin und arbeitet als freie Tänzerin u.a. mit Tino Sehgal, Micha Purucker, Nir de Volff, dem Dance Theater Karine Jost und Joshua Monten zusammen. Zudem unterrichtet sie Pilates und hat verschiedene Lehraufträge in Tanz, Choreografie, Anatomie und Kinesiologie. Seit 2011 tanzt Ariel Cohen immer wieder für backsteinhaus produktion. Hier wirkte sie bei den Stücken Absent, a piece of cake, paradies fluten und How to sell a murderhouse mit.

© Felix_Grünschloss

Naoto Hieda

ist ein japanischer Künstler. Er erhielt einen Bachelor of Engineering vom Tokyo Institute of Technology (Japan) und einen Master of Engineering von der McGill University (Kanada). Sein Forschungsinteresse gilt dem algorithmischen und prozeduralen Ausdruck, der eine Brücke zwischen Neurodiversität, digitalen Medien und analoger Fabrikation schlägt. Seine Arbeiten wurden bei Miraikan (Japan), Works/San Jose (USA), Favoriten Festival (Deutschland), Never Apart (Kanada) und Seoul Art Space Geumcheon (Korea) gezeigt. Er war Stipendiat des danceWEB-Programms (Österreich, Mentor Tino Sehgal) und der Pola Art Foundation (Japan). Seit 2019 studiert er an der Kunsthochschule für Medien Köln.

Kerstin Wiehe

gründete und leitet k&k kultkom. Als Publizistin und Kulturmanagerin für Experimentelle Kulturformate und Kulturelle Bildung sind ihre Arbeitsschwerpunkte kulturelle Projekte die schnittstellen-, genre- und grenzüberschreitend ausgerichtet sind. Die Initiierung von interdisziplinären Prozessen und den damit zusammenhängenden Veränderungen in den Strukturen und Denkansätzen sind ebenfalls integraler Bestandteil ihrer Arbeit. Sie forscht und arbeitet u.a. zum Thema experimentelle interdisziplinäre Kunstformen und neue Formen des Lernens und Lehrens im Kontext künstlerischer Praxis. Sie lehrt an verschiedenen Universitäten. Darüber hinaus ist Kerstin Wiehe selbst Sängerin.

Robert Löw

ist Experimentalphysiker und forscht an der Universität Stuttgart zu den Grundlagen der Quantenphysik. Neben seiner Forschungs- und Lehrtätigkeit hat Robert Löw in den letzten 20 Jahre mehrere Mitmach-Ausstellungen zu physikalischen Themen realisiert, ein Schülerlabor aufgebaut und diverse Projekte in Kunstmuseen durchgeführt.

Foto_©_privat