We do things for the first time

Mit Lust und der Offenheit lassen sich die Klangforscher*innen Janneke van der Putten und Luke Wilkins, der Performer Marko Milic und die Autorin Jelena Vuksanovic von der »Unschuld des Anfängers« inspirieren. Sie möchten ihre Fähigkeiten und ihr Wissen mit Menschen teilen, die bislang nicht unbedingt Interesse an der Kunst hatten, aber mit Neugierde ihre eigenen Talente, Fähigkeiten und Bedürfnisse durch die Kunst erforschen und entdecken wollen. Weit über die Kunst hinaus sollen hier Austausch und neue Ideen entstehen.

Marko Milić

wurde 1981 geboren. Er ist auf dem Gebiet des zeitgenössischen Tanzes und Multimedia als Autor tätig. Von 1995 bis 2003 besuchte er Kunst-Workshops am Kulturzentrum Stari Grad und nahm an Bildungsprogrammen der Vereinigung Unabhängiger Theater in Belgrad teil. Marko Milić ist einer der Gründer von STATION – Service for contemporary dance, einer Künstlerinitiative, die sich mit der Produktion und Förderung des zeitgenössischen Tanzes und der darstellenden Künste in Serbien und der Region befasst. Seine Arbeit LUMI wurde vom serbischen Verband der Ballettkünstler für Innovation im Bereich des zeitgenössischen Tanzes ausgezeichnet. Marko Milić war Stipendiat im Rahmen des WimmelResearch-Fellowship, einem gemeinsamen Projekt der Robert Bosch GmbH, der Akademie Schloss Solitude und der Wimmelforschung. Darüber hinaus gehört Marko Milić zum Team des Tanzmuseums, das partizipative Tanzinstallationen für Kinder und pädagogische Vorträge für Jugendliche zum Thema zeitgenössischer Tanz erstellt.

 

© Aleksandra Solujic

Janneke van der Putten

wurde 1985 in Amsterdam geboren. Sie absolvierte ihren Bachelor in Textildesign an der Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam (2003–2009) und erhielt ihren Master in Musik/Künstlerische Forschung an der Royal Academy of Art & Royal Conservatoire, Den Haag (2011–2013).

Das wichtigste Werkzeug ihrer aktuellen künstlerischen Arbeit ist ihre Stimme, mit der sie körperlich-klangliche Forschungen in verschiedenen Umgebungen durchführt. Indem sie sich mit spezifischen Orten und lokalen Kontexten auseinandersetzt, untersucht sie (menschliche) Reaktionen auf ihre Umgebung und deren Beziehung zu Naturphänomenen, wie z.B. dem Sonnenaufgang. Mit Werken, die an der Akademie Schloss Solitude entstanden sind, hatte sie eine Reihe von Einzelausstellungen: All Begins With A, TENT, Rotterdam, 2015; Directed to the Sun, Quartier am Hafen, Köln, 2017; Quitsa, CINNNAMON, Rotterdam, 2017 und [to], Kunstraum 34, Stuttgart (Sept. 2020). Im Jahr 2019 gab sie einen Workshop Textil und Stimme in 45 Salón nacional de artistas in Bogotá. Mit dem Komponisten Christian Galarreta arbeitet sie an dem Projekt Invisible Architecture. Zuletzt erforschte das Duo in diesem Kontext die Akustik des Stuttgarter Wasserspeichers. Janneke van der Putten gründete Idraola und initiierte das Aloardi-Austauschprogramm zwischen Peru und den Niederlanden. Derzeit arbeitet sie an der Performance Voice-Skin #1.

© Kath Day

Jelena Vuksanovic

hat als Schriftstellerin, Theaterpraktikerin und -vermittlerin, künstlerische Leiterin und Drehbuchautorin gearbeitet. Sie hat einen Magister in Dramaturgie. Vor dem Hintergrund ihrer klassischen Ausbildung setzte sie sich insbesondere mit zeitgenössischen und experimentellen Theaterformen auseinander. Zur Vertiefung ihrer Kenntnisse der zeitgenössischen und angewandten pädagogischen Theatertechniken absolvierte sie eine Reihe von Trainings, Workshops und Seminaren.

Seit 2004 arbeitet sie mit bei der Entwicklung der Formen des immersiven Theaters Sensory Labyrinth und Sensory Portal. Neben zahlreichen Theaterprojekten im Jahr 2015 wurde ihr Debütfilm Panama während der Filmfestspiele von Cannes uraufgeführt. Im Jahr 2018 führte sie zum ersten Mal Regie bei einer zeitgenössischen Oper: In… Se… -Aufgang – in Bali, komponiert von Andys Skordis. Derzeit arbeitet sie im Rahmen des Berliner Opernpreises an ihrer zweiten Oper: A light blue day and Subotnic, off: Strafe, nach einer Erzählung von Ferdinand von Schirach.

© Marko Milic

Luke Wilkins

wurde 1979 in Riggisberg/Schweiz geboren. Er studierte am Schweizerischen Literaturinstitut und an der Musikhochschule Basel. Er schreibt Romane, Kurzprosa und Essays (u.a. für Manuskripte, die WOZ und die NZZ) und entwickelt transdisziplinäre Performances. 2018 erschien sein Romandebüt Jeff. 2018/19 war er Stipendiat an der Akademie Schloss Solitude. 2020 ist er Resident im Unterengadiner Kunstlabor Nairs. In seiner Arbeit interessiert ihn die Frage: Was ist ein Einfall? Wie schule ich meine Wahrnehmung für freigesetzte Formen des Denkens und Sprechens? Für Versuche, das Denken anders zu denken. Die Sprache anders zu sprechen. Wie sind wir als Gesellschaft – außer über technologische Medien – innerlich miteinander verbunden? Wie lässt sich der gesellschaftliche Wandel weg vom Wettbewerb hin zum Spielerischen locken? Und: Gibt es Kommunikations-Kanäle und Sinnesorgane, die wir noch nicht entdeckt haben? Luke Wilkins lebt in Biel/Bienne und St. Ilgen.

© Joachim Gern