Urban Bodies Project

Decolonize your mind! Decolonize your body! Decolonize your city! Yolanda Gutiérrez sammelt und filtert Informationen über die koloniale Vergangenheit in Baden-Württemberg, speziell in der Stadt Stuttgart, um sie in einem komplexen Gefüge aus historischen Fakten, persönlichen Biografien und Interviews zu präsentieren. Ein performativer Stadtrundgang mit Audio und Tanz führt gezielt an verschiedene Orte der Stadt, die in Bezug zur kolonialen Geschichte Deutschlands stehen.

Mehr Informationen

Urban Bodies Project wurde bisher zweimal gezeigt, an verschiedenen Orten und damit unter verschiedenen stadtgeschichtlichen Voraussetzungen: Die Premiere fand 2017 beim Internationalen Festival Theater der Welt in Hamburg statt. 2019 war Yolanda Gutiérrez mit dem Projekt beim Internationalen Tanzfestival JULIDANS in Amsterdam zu Gast.

In Hamburg und Amsterdam arbeitete Yolanda Gutiérrez mit Tänzer*innen der lokalen Szenerien, Wissenschaftler*innen und Theatermacher*innen und arbeitete lokale Geschichte auf.

Für das Stuttgarter Projekt wird sie diese Projektstruktur und ihre künstlerischen Narrative mit einem aktuell brisanten Thema verknüpfen – der deutschen Kolonialvergangenheit.

Dafür recherchiert Yolanda Gutiérrez über die koloniale Vergangenheit in Baden-Württemberg und speziell in der Stadt Stuttgart. Informationen hierzu sammelt sie u.a. im Lindenmuseum, in der Landesbibliothek Baden-Württemberg und im Stadtmuseum Stuttgart.

Ihre performativ aufbereitete Informationssammlung wird im Verlauf eines Stadtrundgangs »als komplexe Verschmelzung historischer Fakten, persönlicher Biografien und Interviews« zu erleben sein. Der ca. 90 Minuten dauernde Rundgang mit Stationen am Haus der Wirtschaft und an verschiedenen Orten in der Schlossstraße beginnt und endet am Lindenmuseum. Tänzer*innen und Performer*innen aus Stuttgart agieren an verschiedenen Orten des Rundgangs, während das Publikum die Informations-Sammlungen zur Stuttgarter Kolonialgeschichte über Audioguides hören kann.

Die Aufforderung an alle lautet: »Decolonize your mind! Decolonize your body! Decolonize your city!

© Ernst van Deursen

Yolanda Gutiérrez

Die mexikanisch-deutsche Choreografin Yolanda Gutiérrez studierte zeitgenössischen Tanz in Mexiko City und New Dance & Performance in Hannover. Seit ihrem Abschluss hat Yolanda Gutiérrez mit zahlreichen Künstler*innen aus Europa und Afrika gearbeitet.

Im Zentrum ihrer Performances steht die Auseinandersetzung mit diversen politischen und sozial-gesellschaftskritischen Themen, übersetzt in ungewöhnliche Tanzformate. Vor diesem Hintergrund arbeitete sie choreografisch im Senegal, in Uganda, Tansania und Ruanda. Seit 2017 befasst sie sich insbesondere mit tänzerischen Formaten, die eine dekolonisierende Sicht von Körper und Raum erlauben. Die Werke von Yolanda Gutiérrez waren bei vielen internationalen Tanzfestivals zu sehen.

 

Für viele ihrer Arbeiten erhielt sie Auszeichnungen. So wurde das Projekt SUPERHERO von der Bundeszentrale für politische Bildung prämiert und das Schulprojekt SUPERHERO ACADEMY als eine der besten Theaterproduktionen für Jugendliche vom Theatertreffen der Jugend nominiert. Seit 2010 arbeitet Yolanda Gutiérrez außerdem eng mit der Kulturfabrik Kampnagel in Hamburg zusammen.